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Beißflaute (08/2008)

 

Tobias Norff
Tobias Norff
Haben Sie schon mal diesen kleinen Satz am Seitenrand unserer Vorschau bemerkt? „Aus aktuellem Anlass können wir angekündigte Themen nicht immer veröffentlichen.“ Das steht da nicht ohne Grund. Der Satz ist unsere Absicherung gegen Autoren, die den hoch und heilig versprochenen Artikel doch nicht mehr vor Redaktionsschluss zur Post gebracht haben oder – und das ist deutlich öfter der Fall – Beißflauten! Denn viele Fische, die Sie in Ihrer Rute & Rolle sehen, sind so fangfrisch, dass der Kescher noch nicht trocken ist, wenn das Heft erscheint. Mit dieser Arbeitsweise setzen wir uns allerdings mächtig unter Druck. In dieser Ausgabe werden Sie vielleicht den angekündigten Zanderartikel vermissen. Glauben Sie uns, wir hätten ihn gerne gebracht und wir hätten auch gerne was gefangen. Aber nach zwei Versuchen mussten Arnulf und ich aufgeben –  denn der Redaktionsschluss angelt immer mit!
So richtig Spaß kommt beim beruflichen Angeln auch nicht auf. Verpasst man „privat“ einen Biss, ist das sicherlich auch ärgerlich. Aber beruflich kommt noch ein Aspekt dazu. Während die Schnur von der Rolle läuft, tauchen vor meinem inneren Auge plötzlich vier leere Seiten auf, die ich füllen muss. Sitzt der Anhieb, gibt’s Fischfotos, ich schreibe den Artikel und das Material kann vom nach Text und Fotos gierenden Layouter verarbeitet werden. Sitzt der Anhieb nicht, habe ich ein Problem – beziehungsweise vier Probleme in strahlendem Weiß. Alle unsere Produktionen in den letzten Wochen standen unter keinem guten Stern. Viele Kollegen holten sich blutige Nasen am Wasser – übrigens auch privat. Eine einzige Katastrophe war die Produktion unseres Aal-Specials in der Juli-Ausgabe. Diverse Nächte verstrichen, ohne dass sich die Knicklichtpose auch nur einmal bewegte oder die Bimmel einen einzigen Ton von sich gab. Am Morgen danach immer der gleiche Dialog in der Redaktion: „Und, wie war’s?“ Antwort (Kopf schüttelnd): „Läuft nicht.“ Anschließend folgt die übliche Ursachenforschung. Am Ende ist dann meist das Wetter Schuld. Erst mieser Ostwind mit gleißend heller Sonne, später im Juni täglich wechselnd zwischen schwülwarm und sehr kühl. Was uns ein bisschen beruhigt: Auch viele unserer Autoren und Leser haben in diesem Zeitraum sehr schlecht gefangen. Hoffen wir, dass es jetzt besser wird, damit wir die angekündigten Themen für die August-Ausgabe wirklich alle umsetzen können.
 
 
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