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Christopher Paschmanns
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Sind Sie schon einmal bestohlen worden? Mittlerweile habe ich mich fast daran gewöhnt, dass mir alle paar Wochen in Hamburg ein Fahrrad geklaut wird. Aber das es mich mal so hart beim Angeln trifft: Wegen einer Produktion ging’s übers Wochenende von Hamburg nach Limburg an die Maas, gleich hinter der niederländischen Grenze, keine 20 Kilometer von meinem Elternhaus – auf deutscher Seite – entfernt. Bei 950 Fahrtkilometern lohnt es sich, drei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Also besuchte ich meine Familie und schaute tagsüber durchs Kamera-Okular, während mein Freund Lukas am Fluss die Spinnrute schwang. Nachts ging’s an einem Baggersee auf Karpfen. Den See kenne ich wie meine Westentasche, denn hier verbrachte ich meine Junganglertage, und so waren die Ruten im Dunkeln schnell ausgeworfen. Bis zum Morgengrauen brachten mich einige hübsche Brassen um den Schlaf. Mit den ersten Sonnenstrahlen kamen endlich die Karpfen. Ein toller Morgen: Sonne pur und ein kleiner Strahlemann, der sich wieder in Kindertage zurückversetzt fühlte. Spät am Nachmittag packte ich ein: Schirm, Ruten & Co ins Futteral, den Rest auf die Transportkarre, und los, schieben bis zur ersten Wegverengung. Zigmal war ich diesen Pfad schon entlanggestolpert. Jedes Mal nahm ich hier das Futteral vom Karren, schleppte es die Engstelle lang und legte es am Wegesrand ab, um dort den Karren neu zu beladen. So auch dieses Mal. Pfeifend vor Freude balancierte ich den sandigen Pfad lang. Doch da, wo eigentlich mein Futteral voll hochwertiger Ausrüstung auf mich warten sollte, war nichts mehr als platt gedrücktes Gras. Nein! Unmöglich?! Intuitiv rannte ich Richtung Parkplatz. Außer zwei älteren Damen kreuzte niemand meinen Weg. Die beiden hatten auch nichts gesehen. Der Dieb war sicher zu Fahrrad und längst auf dem Waldpfad in genau die andere Richtung abgehauen. So eine verfluchte S... Von Glückseligkeit zu Wut und Ratlosigkeit in Minuten. Die Ruten im Futteral waren mir wirklich ans Herz gewachsen. Am Wasser begleiteten sie mich durch dick und dünn. „Der gute alte Oval Schirm“, dachte ich, „hat mich nie im Regen stehen lassen“. Den Kescher hatte ich mir doch gerade neu gekauft. Zurück am Karren setzte ich mich erstmal ins Gras und ließ den Kopf hängen. Versichert ist meine Ausrüstung nicht. Erst Drills, dann Diebstahl – ein Berufsrisiko. Zum Glück halten die Kollegen bei Rute & Rolle zusammen, und der Tenor war einstimmig: „Kopf hoch, das schaffen wir schon“. Einen Schirm lieh mir Arnulf. Tobias gab mir ordentliche Erdspeere. Nur mit den Ruten sieht es noch schlecht aus, aber das bekommen wir auch hin. Die nächste Produktion steht wieder an, ob man Fangeisen an Futteralen anbringen kann? |
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