Ein Rüssler bei Regen

Geschrieben von Jesco Peschutter am .

Karpfenangeln_RegenSchuppenkarpfen_Jesco_PeschutterKarpfenangeln_Warten_auf_BissKöder, Proviant, Ruten, Rollen, Bissanzeiger, Wathose, Boot und viel mehr Karpfenzubehör sind in den Autos von Tobias und Jesco untergebracht: Völlig überladen starten die beiden zu einer Drei-Tages-Tour an ein neues Gewässer. Im Radio läuft gerade der Wetterbericht und verspricht nichts Gutes – Regen, Regen und noch mehr Regen. Egal, es geht zum Karpfenangeln...
Am Campingplatz die erste große Enttäuschung am Empfang: „Sind Sie Gast auf unserer Anlage? Nein? Oh, dann kann ich Ihnen keine Angelkarten ausstellen! Die gibt’s nur für unsere Camper!“ Selbst nach längerer Diskussion und dem Angebot einen Zeltplatz für eine Nacht zu nehmen, bekommen wir keine Karten. Nichts zu machen: Wir müssen zum nächsten Angelladen fahren. Dort erhalten wir ohne Probleme den benötigten Erlaubnisschein – verstehe einer die Welt! Etliche Kilometer später sind wir endlich am See. Viel Zeit bleibt nicht mehr bis die Dunkelheit hereinbricht. Trolley beladen, das ganze Geraffel zum See schaffen, Boot aufpumpen, Spot suchen, Füttern, Ruten aufbauen und Montagen ablegen – kurz vorm Sonnenuntergang sind alle Fallen „scharf“. Der Dauerregen verwandelt den Platz in eine kleine Schlammwüste: unser „Zuhause“ für die nächsten drei Tage. Nach einem Klamottenwechsel steigt die Motivation, auch weil vorm Füttern zwei prächtige Karpfen gesprungen sind. Tobias kriegt in der ersten Nacht fast kein Auge zu – seine Funkbox meldet Weißfische am Spot. Jescos 24er Murmeln lassen sie hingegen in Ruhe. Am nächsten Morgen die Ernüchterung: kein Biss, kein Fisch. Nur der Regen hört nicht auf! Tagsüber verlieren die Weißfische das Interesse an Tobias’ Schneemännern. Pünktlich zur Dämmerung startet das Piepkonzert erneut. In der zweiten Nacht um kurz vor vier Uhr meldet sich Jescos Funkbox zum ersten Mal – Dauerton! Schnell sind beide im Boot und fahren dem ersten Fisch entgegen. Doch etwas ist komisch. Nein, auch das noch: Die Schnur hängt irgendwo am Boden fest. Plötzlich löst sich der Hänger und das Blei erscheint an der Oberfläche. Soll es das gewesen sein? Glück im Unglück: Das Blei ist nur auf der Schnur nach oben gerutscht und der Fisch ist noch dran! Ein wenig später liegt ein herrlicher Schuppi in den Keschermaschen. So kann es gerne weitergehen. Jederzeit rechnen Tobias und Jesco mit dem nächsten Fisch und stehen noch lange erwartungsvoll neben den Ruten. Doch auch in der letzten Nacht bleiben die Bissanzeiger stumm – bis auf Tobias’ Weißfischtrupp, der immer wieder an den schmackhaften Proteinknödeln rumnuckelt. Am letzten Morgen regnet es nicht. Die Gäste in der Schlammlandschaft entschließen sich, ihre Siebensachen halbwegs trocken nach Hause zu bekommen. Kaum sitzen sie im Auto, öffnen sich die Schleusen des Himmels erneut!Tobias_Norff_Karpfenangeln