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Sven Klöer
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Alle Jahre wieder zieht es mich mit Freunden im September zum Fliegenfischen in die alte Heimat: den Kreis Siegen/Wittgenstein in Nordrhein Westfalen. In den traumhaften Oberläufen von Eder und Lahn meines Angelvereins heißt es dann für Äschen, Forellen und Döbel: aufgepasst auf Fliegen und Nymphen, denn in einigen, die dann auf und unter der Oberfläche dümpeln, steckt spitzer Stahl. Genauso war’s auch diesmal während eines goldenen September-Wochenendes an den hübschen Flüsschen. Von einer Brücke über die Eder bei Beddelhausen konnte man herrlich mehrere Döbel-Schulen dabei beobachten, wie sie die Nahrung vom Boden aufsammelten. Bei der Döbel-Brücken-Beobachtung fiel mir aber noch etwas anderes auf. Rechts von den Döbeln lag ganz verträumt ein schöner Hecht in seinem Unterstand, der nur einmal kurz aus seinem Versteck kam, um einige frech gewordene Dickköpfe zu vertreiben. Dann schauten wir gemeinsam von der Brücke den Räuber an und fragten uns, ob es wohl derselbe Hecht sein könnte, den wir bereits ein Jahr zuvor an der gleichen Stelle erspäht hatten. War er jetzt größer und was für ein Gewicht hatte er überhaupt? Wir tippten auf Ende 60 und vielleicht 3 Kilo. Kein Riese, aber für die Eder schon ganz ordentlich. Aber auf Hechte hatten wir es auch in diesem Jahr nicht abgesehen und ich biss mir weiter die Zähne an den Döbeln aus. Doch die reagierten weder auf Nymphen noch auf Trockenfliegen noch auf Mais an der Posenmontage in Verbindung mit Posenrute und Centrepin-Rolle. Einfach frustrierend, vielleicht hätten wir es mit anderen Mitteln doch mal auf den Hecht versuchen sollen.
Vier Tage später in der Hamburger Redaktion, die Post ist da und ich öffne den ersten Brief mit Absender Bad Berleburg/Wittgenstein. Komisch, kann doch nur ein Zufall sein. Ich nehme die Foto-CD aus der Hülle, lege sie ins Laufwerk und entdecke auf den ersten Blick die gleiche Ansicht von der gleichen Brücke auf den gleichen Hecht in Beddelhausen. Gibt’s doch gar nicht! Das nächste Foto zeigt ihn dann in seiner ganzen Pracht, 4,2 Kilo bei 85 cm Länge – ganz schön verschätzt. Ein schöner Flusshecht, den Vereinskollege Christian Kuly (Foto) nur zwei Tage nach mir erspähte und mit improvisierter Spinnfliege, eigentlich war er zum Forellenangeln los, nach 15 Minuten Drill sicher landen konnte. Vielleicht hatte er die gleichen frustrierenden Erfahrungen mit den Döbeln gemacht, aber dann einfach mal was anderes ausprobiert und einen Treffer gelandet. Glückwunsch von dieser Stelle, aber jetzt bin ich dazu verdammt, mir auch weiterhin die Zähne an den Döbeln auszubeißen. |
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