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Eine Seefahrt, die ist lustig... (10/2007) |
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...eine Seefahrt, die ist schön – aber nicht für jeden. Anfang Juli startete ein Teil der Redaktion Richtung Nord-Dänemark. Auf dem Gelben Riff wollten wir dem Groß-Dorsch mit Kamera und Pilker auf die Schuppen rücken. In Hafen die erste Ernüchterung: Eine stramme 6 bis 7 peitschte die Nordsee über die Mole. Na, das kann ja was werden. Bei einem kühlen Begrüßungsbierchen ließen wir uns schon im Hafen an der Schiffsbar durchschaukeln und tauschten Tabletten, Kaugummis und Pflaster gegen Seekrankheit aus. Dann schoben sich kräftige 1,85 Meter in die Bar. Unser Schiffsführer schaute mit glasigen Augen in die Runde und lallte mit alkohlgeschwängertem Atem: „Ich will Euch nicht an Bord haben!” Na, wenn das kein filmreifer Auftritt war. Allerdings fiel da noch nicht die erste Klappe. Unser Käpt’n Blau-Bär war mehr blau als Bär und zog sich getreu dem Motto „Holsten knallt am dollsten” mit einer Tüte kühlen Dosenbiers in seine Kajüte zurück und schoss sich seine Positionslampen aus. Na dann, Prost! Unser Helgoländer Michael Janke sprach aus, was alle dachten: Was kann man tun? Erst einmal nichts. Also, ab ins Bett. Der nächste Tag brachte Licht ins Chaos: Der alte Kapitän flog und der neue landete auf der Brücke. Dort durfte er sich durch die von seinem Vorgänger zerstörte Bordelektronik kämpfen und musst zudem noch eine unangemeldete Sicherheitsprüfung der Hafenbehörde erdulden. Dann hieß es – Leinen los! Wir hatten noch nicht mal die zweite Welle erklommen, da ließ sich unser Kameramann schon das Mittagessen durch den Kopf gehen. Kollege Klöer gesellte sich kurze Zeit später dazu und bildete mit dem Film-Produzenten die drei Herren vom Heck. Der Rest der Truppe starrte konzentriert zwischen den Wellenbergen auf den Horizont und war damit beschäftigt, den umherrutschenden Pilker- und Fischkisten sowie den Kollegen auszuweichen. Was nicht immer gelang. Ich fand mich nach einer Breitseite in den Armen von Layouter Tom wieder und wurde kurz darauf von meiner Gerätekiste zu Boden gestreckt. Ja, angeln macht Spaß...! Dann auf einmal das Signal: Pilker runter! Der Kutter lag quer, das Wasser schoss über die Reling und uns der Angstschweiß aus den Poren. Im gekonnten Ausfallschritt standen wir vor den anrollenden Wasserwänden, krampften uns in die Rutengriffe und versuchten zwischen Wellental und -kamm den 600-Gramm-Pilker zum Grund zu bekommen. Das Zählwerk auf der Multi zeigte 42, die Tiefenangabe vom Kapitän lautete 18 Meter. Ok, das war’s – Rückzug! Das Schiff drehte über eine der größten Wellen den Bug Richtung Hafen. Tom verfehlte beim Haltsuchen nur knapp meinen umherschwingenden 600-Gramm-Pilker. Spaß ist etwas anderes. Eine halbe Stunde später wich aber das Grün und Gelb einer rötlichen Gesichtsfarbe und das Stimmungsbarometer stieg endlich wieder bei allen an. Der nächste Tag war dann verhältnismäßig unspektakulär: Sonne, eine nette 2 bis 3 und fast keine Dünung. Dorsch, wir kommen! Wir kamen auch, aber die Dorsche nicht. Zwar fingen wir schöne Exemplare bis knapp zehn Pfund, doch die Großen hatten keinen Appetit. Aber Kollege Klöer, der Kameramann und der Produzent hatten wieder Farbe im Gesicht, die Angel und die Kamera in der Hand. Wir bekamen Fische in die Kiste und Aufnahmen aufs Band. Der nächste Morgen machte da weiter, wo der erste Abend aufgehört hatte. Bevor sich erneut Mageninhalte an der äußeren Bordwand mit Möwenmist und Fischblut vereinen konnten, steuerten wir umgehend den Hafen von Hirtshals an. Ja, auch so kann eine Dienstreise aussehen... |
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