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Geschichten von der boot (03/2008) |
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Elmar Elfers
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„Elmar, Du wirst auf der boot in Düsseldorf zwei Vorträge halten müssen. Angeln am Forellensee und Angeln in Dänemark. Und wie immer mit unserem Helgoländer-Hai-Spezi Michael Janke den Rute&Rolle-Stand betreuen. Du machst das schon!“ Ok, Chef, geht klar. Hm, Vorträge? Sind wohl umfangreichere Referate – na, wird schon klappen. Zwei Wochen vor Messebeginn arbeite ich mich durch mein gesammeltes Bildmaterial und haue fleißig in die Tasten. Und ich muss fleißig sein. Die Power Point-Präsentation nimmt doch einige Stunden in Anspruch. Meine Freundin hält tapfer durch. Jeden Abend lade ich sie zu einem persönlichen Vortrag ins „Angelzimmer” ein. Die letzten drei Tage vor der Messe wird allerdings aus der Einladung eher ein Zwangstermin für sie. Am Vortag der Abreise sichere ich die letzte Folie – die Messe kann kommen! Der erste Tag mit Michael am Stand: Schnell sind die aktuellen Titel ausgelegt und das Angebot „Mini-Abo: 3 Rute & Rolle + Zugabe für nur 7,20 Euro“ ausgehängt. Keine fünf Minuten vergehen und schon steht der erste Interessent am Stand. „T’schuldigung, was gibt’s denn für drei Ruten und Rollen bei dem Mini-Abo? Und was ist die Zugabe?“ Michael und ich schauen uns verdutzt an. „Äh, beim Mini-Abo erhalten Sie drei Ausgaben von Rute & Rolle und eine Zugabe“, erklären wir. Langsam steigt dem Geräte-Interessent die Schamesröte ins Gesicht und er schleicht peinlich berührt vom Stand. Ist doch kein Problem, Missverständnisse klären wir gerne auf. Dann rückt mein erster Vortrag näher. Angeln in Dänemark mit Schwerpunkt Auen und Flüssen. Die Begrüßung klappt super. 70 Augenpaare sind gespannt auf die Leinwand gerichtet und dann der erste Schweißausbruch – alle Poren auf und Wasser marsch. Der Filmausschnitt auf Folie zwei springt nicht an. Was kann man tun? Schnell weiterklicken. Die restlichen Folien laufen zum Glück. Ab und zu merke ich, wie mein begonnener Satz grammatikalisch und inhaltlich nicht perfekt zu Ende zu bringen ist. Egal, die Lachse aus der Skjern sind eh spannender. Hoffe ich zumindest. Plötzlich duftet es nach Chanel No. 5. Eher ungewöhnlich hier im Sportfischer-Center. Zwei Messe-Hostessen, die wohl einfach nur mal sitzen möchten, zwängen sich zwischen Stehtisch und meinem Rücken Richtung Stuhl. Die wollen sich doch nicht hierher setzen? Während meines Vortrags? Ruhig bleiben, Elmar, ruhig. Das ist allerdings nicht so einfach. Diese kurzen Röcke, die passenden Beine und bemerkenswerte Oberkörper lassen meinen Blutdruck steigen! Also, nicht zu viel schauen und auf die Sätze achten, sage ich mir. Hoffentlich merken sie nicht, dass die „großen Exemplare“ nur zwei 30er Regenbogenforellen sind! Irgendwie komme ich aus der Nummer heil raus und finde, die Feuerprobe ist doch ganz gut gelaufen. Zurück am Stand kann ich auch gleich wieder das Missverständnis mit den drei Geräte-Combos im Mini-Abo klären. Zwei Stunden später bin ich mit der Forellensee-Präsentation an der Reihe. Schnell ein Blick ins Publikum – keine Hostessen. Mein Blutdruck bleibt auf Normal-Pegel. Der Techniker hat gute Arbeit geleistet und die Film-Clips laufen. Aber was ist denn jetzt schon wieder los? Wieso schauen die letzten drei Reihen mit ihren Hinterköpfen zu? Hostessen? Och, nö! Ich hab vergessen, am Trailer-Stand die DVD zu wechseln. Jetzt pumpen meine Kollegen Tobias und Arnulf Großdorsche vor Seiland. Hallo! Forellen sind auch spannende Fische. Na ja, wenigstens kommt die neue DVD bei den Besuchern gut an. In den nächsten Tagen pendelt sich mein Tagesablauf ein, die Hostessen sind ein gewohntes Bild geworden, Geräte-Interessenten verweise ich an die Händler und meine Sätze enden auch so wie sie sollten. |
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