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| Siegbert Stümke |
Der Stümke, ja, der ist am Wochenende bestimmt wieder am Wasser. Nee, nee, von wegen. Mal wieder im Einsatz, Fliegenbindertag bei Flyfishing Europe am Möhnesee. Da mein lieber Freund Thorsten Strüben aus Neumünster sowieso fährt, was liegt also näher, als sich gemeinsam dem Autobahnwahnsinn zu stellen und die Reise zu zweit anzutreten. Nach gut viereinhalb Stunden endlich am Möhnesee, tut gut, mal wieder ein paar alte Gesichter zu sehen. Und sofort beschlossene Sache: abends auf ’ne Runde Billard und Tischfußball in den Landgasthof. Nach zwei, drei Bier und etlichen Runden am grünen Tisch und Minispielfeld hieß es nur noch: Schlag den Stümke! Nachdem uns die 50-Cent-Stücke ausgegangen waren, wurde dann auch langsam abgepfiffen. Schließlich hatten wir am nächsten Tag bestimmt volle Hütte, da muss man halt fit sein. Wie wahr, hunderte von Besuchern erforderten volle Aufmerksamkeit, am frühen Nachmittag klebte uns allen die Zunge am Gaumen fest. Und was machen wir nach der Veranstaltung? Klar, erstmal essen gehen, und dann? Wer kennt sie nicht, die größte Kirmes Europas in Soest! Also nix wie hin da, war ja auch nur einen Katzensprung entfernt. Was für ein Gewühl, zigtausende von Menschen schossen, warfen, fuhren, johlten. Am erstbesten Schießstand erballerte sich jeder von uns eine kleine niedliche Stoffmaus (besser als gar keine!), für schlappe fünf Euro. Für 20 Euro und rund 1000 Schuss (oder so) gab’s die auch ’ne Nummer größer. Nach dem wilden Schusswechsel wurde es langsam Zeit für ein Bier. Der Weg führte an einem der ältesten Unterhaltungsgeräte der Menschheit vorbei – Hau den Lukas! Ich war schon fast in Sicherheit, da bremste mich Jan Manuels (Mitarbeiter von Flyfishing Europe) Ruf: Siegi, hau mal drauf, ich hab schon für dich bezahlt. Auch das noch, da muss ich alter Mann auch noch den Hammer schwingen. Kein Problem, als alter Kugelstoßer sollte ich die Bimmel schon weghauen. Wie zwei Schraubstöcke legte ich die Hände um den Hammerstiel, holte wuchtig aus – tja, den Rest musste ich mir erzählen lassen. Also, der Hammer beschrieb einen wunderschönen Halbkreis, verfehlte das Ziel um etliche Meter, riss mich mit unbändiger Kraft nach vorne, rein in die megateuren Preise made in China. Der Hammer wirbelte immer noch, riss einem Plastik-Dino den Kopf ab und mich abschließend kopfüber gegen ein Metallgitter. Die Menge johlte, Blumen, Stofftiere und andere persönliche Gegenstände flogen auf die, der Begriff Bühne ist schamlos übertrieben – so müssen sich Stars fühlen. Die Zerrung im Schulterbereich fühle ich heute noch. Höre ich da etwa „der Stümke hat doch ein Bier zu viel gehabt?“ Ein anschließender Promille-Test, durchgeführt von ein paar Damen der „Alkohol-Patrouille“, ergab einen durchaus vertretbaren Wert von 0,74 Promille. Hat mich aber anscheinend trotzdem umgehauen – beim Hau den Lukas! |
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