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Ich liebe meinen Job! (08/2007)

 

Siegbert Stümke
Siegbert Stümke
Morgens 6.00 Uhr in Neumünster, einem beschaulichen kleinen Ort in Schleswig-Holstein. Bin gleich nach dem Aufstehen mit dem kleinen Zeh an meine Reisetasche geknallt, die noch unausgepackt von meinem letzten Irland-Trip mitten im Flur steht. 6.55 Uhr, Hauptbahnhof Neumünster, brauche noch eine Wochenkarte nach Hamburg. Am Schalter vor mir eine ältere Dame, erkundigt sich nach europaweiten Bahnverbindungen – für 2008! Das kann doch wohl nicht wahr sein! Endlich, jetzt weiß das liebe Muttchen, wo sie aussteigen muss, um Tante Frieda zu besuchen. So, geschafft, Wochenkarte gekauft. Fehlt noch ein Kaffee. Kaum am Bahnsteig, kleiner Rempler von rechts, heißer Kaffee schwappt mir über die Finger, ein Teil landet auf der hellen Leinenhose. Als ich endlich einen Platz im Abteil gefunden habe, bin ich mit den Nerven schon zu Fuß. Aber dann flutscht alles, keine Streckenstörung, die S-Bahn fährt, und nach gut 70 Minuten endlich wieder in meinem zweiten Zuhause – der Redaktion. Der Kaffee läuft noch, also erstmal den Computer an. Nach gut einer Woche Abwesenheit eine Unmenge an E-Mails. Wahrscheinlich, wie immer, ein Großteil verlockende Viagra-Angebote – scheint sich wohl rumgesprochen zu haben. Was ist denn nun wieder los? Von 142 Mails lädt der Rechner man gerade 20 runter, dann ist Schluss. Na gut, dann einen Blick ins Internet, mal sehen, wie das Wetter am Wochenende wird. Mein Gott, dauert das. Nach zehn Minuten immer noch nichts. Da kommt mein Kollege Matthias Six um die Ecke. Internet kannst du vergessen, der Server spinnt mal wieder! Der Techniker kommt heute Abend. Inzwischen ist der Kaffee durch. Endlich Zeit, von meinem Irland-Trip zu berichten. Von den Stürmen, die das Wasser des Lough Ree peitschten, von den vollgefressenen Bachforellen, die am Ende der Maifliegenzeit mit ihrer Wampe kaum noch vom Grund hochkamen – und natürlich von dem dicken Hecht, der mir am Boot fast die Rute geschrotet hätte. Und dass ich mich mit meinem Freund Steffen aus Dänemark Anfang Juni in Slowenien treffen will – genau passend zur Maifliegenzeit. Aber Siegi, du vergisst hoffentlich nicht, dass Holger und du am 5. einen Termin bei den Norwegern habt!! Wie? Ach du dickes Ei, das hätte was gegeben. Also nix mit Maifliegen. Das Telefon klingelt. Meine Schwes-ter. Du, Bruderherz, du vergisst nicht: am Wochenende hat Papa Geburtstag, da gehst du ja wohl nicht fischen – oder? Neiiiin, natürlich nicht! Aber dann, das Wochenende drauf, denke ich noch so... Du, Siegi, meldet sich mein Kollege Matthias, die Messe in Prag am übernächsten Wochenende, die hast du doch noch auf dem Zettel, oder? Klar, hab ich. Tja, meine Forellen kann ich mir langsam abschminken. Du, Siegi, hier ist gerade eine tolle Forellen-Geschichte eingetrudelt, klasse Fotos, dicke Fische...!
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