Der Sonnenbarsch

Geschrieben von Arnulf am .

Der Sonnenbarsch ist kaum mit einem heimischen Fisch zu verwechselnDer Sonnenbarsch ist kaum mit einem heimischen Fisch zu verwechselnEs gibt Fische, die wir sofort als „Einwanderer“ erkennen: Sie sind einfach zu bunt für eine einheimische Art und auch anders gebaut als Barsch, Plötze oder Forelle. Der Sonnenbarsch ist so ein Vertreter, denn mit so vielen verschiedenen Farben auf den Schuppen und der irgendwie fremdartigen großen Rückenflosse fällt der kleine Bursche sofort auf, wenn er plötzlich zwischen den kleinen Plötzen und Brassen an den Stipp-Haken geht. Sonnenbarsche stammen ursprünglich aus Nordamerika und dort gibt es einige verschiedene Arten. Seit 1887 tauchen ein paar Vertreter der Familie Centrarchidae (deutscher Name Stachelbarsche), in Europa auf. Zu dieser Familie zählt übrigens auch der beliebteste Sportfisch der amerikaner, der Schwarzbarsch. In deutschen Gewässern sind die Chancen am größten, Lepomis gibbosus, mit deutschem Name einfach nur Sonnenbarsch, zu fangen. Aber auch der Grüne Sonnenbarsch, wissenschaftlich Lepomis cyanellus, und der Rotbrust-Sonnenbarsch, Lepomis auritus, kommen stellenweise vor. Alle drei Arten haben einen stark seitlich abgeflachten, hochrückigen Körper, ein kleines Maul und fühlen sich nur dort wohl, wo sie nicht mit starker Strömung zu kämpfen haben. Pflanzenreiche Teiche oder Seen sind ihre bevorzugten Reviere. In Flüssen zieht es sie in strömungsberuhigte Buchten oder Nebengewässer, beides gerne mit üppiger Unterwasservegetation. Theoretisch können wir Sonnenbarsche aber sogar in der Ostsee antreffen, denn Salzgehalte von bis zu 18 Promille machen ihnen nichts aus. Deutsche Gewässer, aus denen schon Sonnenbarschfänge gemeldet wurden, sind zum Beispiel Elbe, Donau, Altwässer von Oder und Rhein, der Neckar sowie Brieskower See bei Frankfurt/Oder und die Koberbachtalsperre. Auch bei unseren österreichischen Nachbarn sind Fänge der bunten Burschen keine Seltenheit mehr. In Wörthersee, Ossiacher und Neusiedler See haben sie ebenfalls eine neue Heimat gefunden. Manchmal nehmen sie trotz kleinem Maul erstaunlich große KöderManchmal nehmen sie trotz kleinem Maul erstaunlich große Köder
Groß werden die Sonnenbarsche, die heute bei uns leben nicht: Mit maximal 40, meist aber nur zehn Zentimetern ist Lepomis gibbosus der größte aus dem Trio. Bei den anderen beiden ist ein 25er schon kapital.
Ein Problem entsteht durch  die Futtervorlieben aller drei Sonnenbarsche: Neben verschiedenen wirbellosen Tieren zählen auch Fischeier und Jungfische zu ihren Lieblingshappen. So verschwindet auch die Brut heimischer Fische immer wieder in Sonnenbarschmäulern.   Leider ein Grund dafür, gefangene Sonnenbarsche besser aus dem Gewässer zu entfernen. Auch wenn es nicht leicht fällt, so einen kleinen, hübschen Burschen abzuschlagen! Vielleicht nehmen Sie ihn ja auch mit nach Hause und lassen ihn im Aquarium weiter leben? Wo Sonnenbarsche auftauchen, verschwinden sie übrigens oft auch von ganz alleine wieder. Denn nach harten Wintern finden wir oft gerade ältere Exemplare in großer Zahl tot an der Wasseroberfläche. Manchmal regelt die Natur Probleme eben ganz ohne unser Zutun...

Arnulf Ehrchen