Der Hasel

Geschrieben von Arnulf am .

HaselIch kann mich noch gut an meine ersten Jugendgruppenstunden erinnern. Über einen Projektor wurden uns Bilder heimischer Fischarten gezeigt und wir mussten erkennen, um welche Art es sich handelt. Gar nicht so einfach, bei der großen Auswahl an Weißfischen! Der Hasel (Leuciscus leuciscus) aus der Familie der Karpfenfische ist so ein Fall: Auf den ersten Blick kann man ihn leicht mit einem kleinen Döbel (Leuciscus cephalus) oder einem Aland (Leuciscus idus) verwechseln. Doch fangen wir von vorne an: Der lateinische Name des Hasels stammt vom griechischen Wort leukos ab und bedeutet glänzend, leuchtend weiß. Und genau das ist er auch: Sein Bauch und die Seiten glänzen herrlich im Sonnenlicht – von gelbweiß bis silbrig. Der Rücken ist grünlich-bläulich bis stahlblau. Die Brustflossen des Hasels, im mitteldeutschen Raum auch Häsling genannt, sind gelblich bis hellgrau und besitzen gelegentlich einen rötlichen Schimmer – jedoch nicht so stark ausgeprägt wie beim Döbel. Der äußere Rand von Rücken- und Afterflosse ist konkav, dass heißt nach innen gewölbt. Diese Eigenschaften können wir vielen Weißfischen zuschreiben, werden Sie jetzt sicher denken. Das stimmt. Aber wie unterscheiden wir den Hasel letztendlich nun von anderen Fischarten? Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal im Vergleich zum Beispiel mit Döbel oder Aland ist die kleine Maulspalte des Hasels. Sie ist wenig angeschrägt, leicht unterständig und erreicht nicht den vorderen Augenrand. Die konkave Afterflosse unterscheidet ihn vom DöbelDie konkave Afterflosse unterscheidet ihn vom DöbelAuch die Schwanzflosse ist ein gutes Erkennungsmerkmal: Sie ist deutlich stärker eingekerbt als bei anderen Weißfischen. Während der Fortpflanzungsperiode von März bis April bildet das Männchen einen feinkörnigen Laichausschlag, der sich fast über den gesamten Körper verteilt. Übrigens, außerhalb dieser Zeit ist es fast unmöglich, Männchen von Weibchen zu unterscheiden. Wer es dennoch versucht, richtet sein Augenmerk auf Brust- und Afterflossen – sie sind beim Milchner geringfügig länger gewachsen. Abgelaicht wird bei Familie Hasel dann in ruhigen Gewässerbereichen mit Tiefen bis 50 Zentimetern und einer Wohlfühltemperatur von unter 10 Grad Celsius. Leuciscus leuciscus zu fangen, gestaltet sich nicht gerade schwer. Wunderschön: die silbrig glänzenden SeitenWunderschön: die silbrig glänzenden SeitenWo er häufig vorkommt, geht er regelmäßig beim Stippen an den Haken oder schnappt sich unserer kleine Trockenfliege, die eigentlich für eine Forelle oder einen Döbel bestimmt ist. Ärgern sie sich nicht darüber, denn wo erlaubt, ist der schlanke Hasel ein sehr guter Köderfisch für Hecht und vor allem Zander. Gerade in Fließgewässern ist der maulgerechte Happen ein absoluter Fanggarant. Aber der Kleine hat noch mehr zu bieten, als einfach nur am Stahlvorfach zu baumeln. Mit Längen von bis zu 40 Zentimetern eignet er sich ideal, um ihn zum Beispiel sauer einzulegen oder in der Pfanne zu braten. Endet er nicht in der Küche, hat er eine Lebenserwartung von zehn Jahren – im Höchstfalle sogar 16 Jahren!
Daniel Frank