Die Nase

Geschrieben von Arnulf am .

Schon beim Jungfisch bildet sich das markante Merkmal der NaseSchon beim Jungfisch bildet sich das markante Merkmal der NaseEs gibt nicht viele Fischarten, die anhand ihres Namens identifiziert werden können oder deren Namen bestimmte Merkmale widerspiegeln. Die Nase (Chondrostoma nasus) aus der Familie der Karpfenartigen hat ein so besonderes Merkmal. Sie besitzt, wie ihre Verwandte die Zährte (Vimba vimba), ein weit unterständiges Maul, das ihre Kopfspitze wie eine stumpfe Nase aussehen lässt. Im Gegensatz zur Zährte ist es bei der Nase jedoch stark verhornt und besitzt scharfkantige Lippen. Der Rücken dieses Schwarmfisches ist graublau bis blaugrün gefärbt und glänzt im Sonnenlicht metallisch. Die Seiten sind silbrig und der Bauch gelblichweiß. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal zur Zährte: die Afterflosse. Bei der Nase ist sie 13- bis 14-strahlig, während ihre Verwandte 19 bis 25 Strahlen hat. Wenn wir uns also nicht sicher sind bei der Unterscheidung dieser beiden Arten: Strahlen zählen! Gefressen wird bei Chondrostoma nasus grundsätzlich nur am Boden. Dort schabt sie mit ihrer scharfkantigen Unterlippe Algen und die darin lebenden Kleintiere von Steinen und Wasserpflanzen ab. Bei diesen Fressorgien drehen sich Nasen häufig zur Seite und verraten sich so gerne durch Aufblitzen ihres Körpers. Wenn wir sie also sehen, müssen wir uns das zu Nutze machen und genau dort unsere Köder präsentieren. Nasen kommen zum Teil in kapitalen  Größen vorNasen kommen zum Teil in kapitalen Größen vorDie Nase oder auch Näsling genannt, liebt schnell fließende Gewässer und ist in Mittel- und Osteuropa verbreitet. Mancherorts sind Nasen extrem bedroht, andernorts sogar ausgestorben. In Deutschland zählen sie vor allem im Oberlauf des Rheins und der Donau zu einer der Hauptfischarten. Und auch in Teilen des Neckar und der Oder kann man sie häufig finden. Im Bodensee und seinen Zuflüssen kommt sie hingegen nur noch selten vor. Die Ursachen für den Rückgang dieser einstigen Massenfischart sind die Verbauung und Verschmutzung vieler Fließgewässer. So werden ihre Laichplätze zerstört und Laichwanderungen verhindert. Das Vorkommen von Nasen ist auch ein Indikator für gute Wasserqualität. In den Gewässern, in denen sie noch häufig zu finden ist, lässt sie sich am besten mit der Feederrute und Futterkorb überlisten. Wichtig: Unser Köder sollte immer am Gewässergrund präsentiert werden. Der hübsche Schwarmfisch lebt zum Beispiel im Oberlauf der Donau Der hübsche Schwarmfisch lebt zum Beispiel im Oberlauf der Donau Beim gezielten Fang von Nasen darf dann alles ruhig ein wenig dünner als normal gewählt werden – 18er Haken, maximal 0,14 Millimeter dicke Mono-Schnur und dünne Vorfächer sind hier die erste Wahl. Als Köder dienen uns kleine Würmer oder Maden.  Das Höchstalter der Nase liegt bei 15 Jahren. Dabei erreicht sie Längen von über 60 Zentimetern und Gewichte von über drei Kilo. Wo sie entnommen werden darf dürfen wir uns auf eine kleine Leckerei freuen – egal ob gebraten oder im Backofen zubereitet. Allerdings sollte man sich nicht an den vielen Gräten stören. Mein Tipp: Probieren Sie die Nase unbedingt einmal bei Ihrer nächsten Steckfischgrillerei aus.
Daniel Frank