Der Zingel

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Ein echter kleiner Räuber ist er, der  Zingel, wissenschaftlich Zingel zingelEin echter kleiner Räuber ist er, der Zingel, wissenschaftlich Zingel zingelDer schlanke, bräunliche Körper samt dunklen Querbinden lässt den Zingel ein bisschen wie eine Mischung aus Zander und Forelle aussehen. Mit dem Zander ist Zingel zingel, wie dieser Fisch wissenschaftlich heißt, immerhin noch verwandt. Beide zählen zu den Barschartigen. Aber der Körperquerschnitt des Zingels ist fast rund und erinnert so eher an eine Forelle oder einen Döbel. Wer schon einmal einen Zingel am Band hatte, lebt deutlich weiter südlich als wir hier in Hamburg, denn dieser seltene Fisch besiedelt nur die Donau mit ihren Nebenflüssen. Dort haben wir trotz zurückgegangener Bestände doch eine realistische Chance, einmal diesen „Süße Unbekannte“-Vertreter zu haken. Das liegt an zwei Dingen: Zum einen erreicht Zingel zingel mit bis zu 48 Zentimetern durchaus respektable Maße und zum anderen ist er ein echter kleiner Räuber. Bei der Recherche bin ich unter anderem auf einen deutschen Zingel gestoßen, der sich einen kleinen Gummifisch geschnappt hatte. Dass wir den meist nur 15 bis 25 Zentimeter langen Fisch in so einem Fall spätestens nach einem Erinnerungsfoto unbeschadet wieder schwimmen lassen, versteht sich von selbst. Meist ist er ohnehin ganzjährig geschont. Ein Fischfetzen beim nächtlichen Zanderansitz bietet ebenfalls Chancen auf „zingelige“ Beifänge, denn wenn das Licht ausgeht, werden die schlanken Barschartigen erst richtig aktiv. Neben fischiger Kost besteht die Zingel-Nahrung auch aus wirbellosen Kleintieren, die dem Fisch bei seiner bodenorientierten Lebensweise natürlich häufig über den Weg kommen. Vor starker Strömung hat der bräunlich gefärbte Barschartige mit dem unterständigen Maul keine Scheu und lebt auch dort, wo das Wasser ordentlich durchrauscht: in der Äschen- und Barbenregion der Flüsse. Zu verwechseln sind Zingel mit einer Art aus der gleichen Fischgattung: Zingel streber heißt sie wissenschaftlich, mit deutschem Namen Streber. Am einfachsten sind beide noch durch das Auszählen von Flossenstrahlen auseinander zu halten. Konkret geht es um die erste der beiden Rückenflossen, die beim Zingel 12 bis 15, beim Streber aber nur 8 bis 9 Strahlen hat. Außerdem erreicht der Streber maximal 25 Zentimeter. Für kleine Zingel sorgen die Elternfische im März und April. Auf ein Weibchen kommen dabei mehrere Männchen und alle zusammen bilden ein dicht gepacktes Knäuel. Die klebrigen Eier sollen einigen Angaben nach an Kies angeheftet werden, andere Beobachtungen haben aber gezeigt, dass die Zingel ihre Eier auch in Sand eingraben.
Arnulf Ehrchen