Der Steinpicker

Geschrieben von Administrator am .

SteinpickerMit lustigen Fischnamen haben wir es bei „Wer bin ich?“ ja immer mal zu tun. Auch diesmal, denn es geht um einen Fisch, der im Deutschen Steinpicker und im Englischen Hooknose (Hakennase) heißt. Aber auch wenn die vier Stacheln oben auf der Schnauze etwas hakenförmig aussehen, angelt der maximal 20 Zentimeter lange Bodenbewohner damit nicht nach noch kleineren Fischen. Nein, wenn Agonus cataphractus, so sein wissenschaftlicher Name, der Magen knurrt, dann müssen nur Garnelen, Kleinkrebse und Würmer zittern. Besonders, wenn sie auf weichem Boden, zum Beispiel Sand herumkriechen. Zwischen den feinen Körnchen gräbt sich der Fisch mit dem norwegischen Namen Skjeggulke auch gern mal gemütlich ein und beobachtet seine Umgebung mit den oben auf dem Kopf platzierten Augen aufmerksam. Die norwegische Bezeichnung des Steinpickers heißt wörtlich übersetzt Seeskorpion mit Bart. Und tatsächlich sind Seeskorpion und Steinpicker verwandt, gehören zur gleichen Ordnung, den Scorpaeniformes. An einen zotteligen Bart erinnern die vielen Barteln unterm Kopf übrigens schon etwas. Erstaunlicherweise leben die Larven des Bodenbewohners mit den Knochenplatten auf der Seitenlinie übrigens eine ganze Zeit im freien Wasser. Erst mit 20 Millimetern Länge suchen sie den Weg zum Grund, um „wie ein Großer“ zu leben. Die Norweger sind in Sachen Rekorde ein penibles Angelvölkchen und so habe ich tatsächlich selbst für den Steinpicker einen Rekordfisch gefunden. Er wog 40 Gramm und wurde in den 80ern gefangen. An den Haken geht er insgesamt durch seine geringe Größe selten, am ehesten noch bei einem gezielten Versuch auf Plattfische wie Scholle oder Kliesche. Diese Haken bekommt auch ein Steinpicker eventuell noch mal ins sein Maul. Beißen kann Agonus cataphractus lange nicht nur im Norwegenurlaub, sondern auch beim Brandungsangeln in der westlichen Ostsee, Molenfischen an der Nordsee oder  beim Angeln von irischen Felsküsten. Im Süden beginnt sein Verbreitungsgebiet im englischen Kanal und reicht inklusive der gesamten britischen Küsten bis in die Barentssee. Über das Thema Verwertung müssen wir uns bei gerade mal handlangen Fischen wohl kaum unterhalten. Wer „Chirurgenhände“ hat, kann ja sonst mal berichten, wie die Steinpicker-Filets so geschmeckt haben...
Arnulf Ehrchen