Der Mondfisch

Geschrieben von Arnulf am .

MondfischVielleicht der exotischste Fisch, den wir je bei „Wer bin ich?“ hatten: wissenschaftlich Mola mola, deutsch Mondfisch. Verwechslungen mit anderen Flossenträgern sind ausgeschlossen, schon eher mit Müll, der ja viel zu oft auf dem Meer herumtreibt. Treiben lässt sich der Fisch mit dem seitlich extrem abgeflachten Körper auch gern mal. Wie tot dümpelt er dann auf der Seite liegend an der Oberfläche rum. Alternativ kurvt er langsam unter der Oberfläche umher und zwar so dicht an der Luft, dass seine Rückenflosse aus dem Wasser schaut. Apropos Flossen: Bauchflossen? Fehlanzeige! Rücken- und Afterflosse sind groß und schmal, die Schwanzflosse dagegen finden wir nur noch als Hautsaum. Als Larve hat jeder Mondfisch noch einen vernünftigen Schwanzstiel mit Flosse dran. Diese entwickelt sich aber mit dem Größerwerden des Fisches wieder zurück. Als Norwegenangler treffen wir ihn am nördlichsten Rand seines Verbreitungsgebietes – und nur im Süden oder Südwesten des Fjordlandes. Ansonsten fühlt sich der Mondfisch zwischen dem 45. Grad südlicher und nördlicher Breite am wohlsten, sowohl im Atlantik als auch Pazifik. So dekorativ sich ein Mola übrigens auch auf einer Festtafel machen würde, findet er doch selten den Weg in die Küche. Sein Fleisch ist nicht beliebt, kann sogar giftig sein. Mondfische sehen nicht nur ulkig aus, sondern werden auch zu echten Giganten. Die „Scheibe mit Flossen dran“ kann rund 3,30 Meter Länge und ein Gewicht von weit über zwei Tonnen erreichen.  Nächste Besonderheit: Auch in Sachen Schuppen herrscht Fehlanzeige, dafür trägt der Körper eine lederartige Haut.Mondfische lassen sich oft auf der Seite liegend an der Wasseroberfläche treibenMondfische lassen sich oft auf der Seite liegend an der Wasseroberfläche treiben

Können Sie sich vorstellen, dass ausgerechnet Mondfisch und unser Aal etwas gemeinsam haben? Doch, aber es sind keine verwandtschaftlichen Bande, sondern das Laichgebiet. Mondfische zieht es wie die Schlängler auch in die Sargasso-See vor der Ostküste Amerikas. Bis zu 300 Millionen Eier gibt ein weiblicher Mondfisch dort ab. Dass es sich bei diesem Flossenträger nicht um einen gierigen Räuber handelt, verrät schon das auffällig kleine Maul. Was aber frisst Mola mola? Er ernährt sich zum kleinen Teil von Fischchen, auch Aallarven, aber vor allem von Plankton. Ist er mit der Ernährungsweise überhaupt fangbar für uns? So viel wir wissen nicht. Aber deshalb hier gleich die Frage: Hat jemand von Ihnen schon mal einen Mondfisch gefangen oder war dabei, als ein Kollege so eine Scheibe erwischt hat? Der Mondfisch ist übrigens tatsächlich der erste „Wer bin ich?“-Vertreter, für den ich keinen norwegischen Angelrekord gefunden hab. Ein weiteres Anzeichen dafür, dass dieser Fisch wohl nie an Angelhaken geht.

 

Tipp: Wer sich einmal ein eigenes Bild von Körperform und Ausmaßen des Mondfisches machen möchte, findet eine originalgetreue Nachbildung im Ozeaneum Stralsund. Internet: www.ozeaneum.de