Der Kraken

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Faszinierende Tiere: Kraken, auch Oktopusse genanntFaszinierende Tiere: Kraken, auch Oktopusse genanntNein, es sind wirklich keine Fische, was wir Ihnen diesmal in unserer Rubrik zu ungewöhnlicher Norwegenbeute präsentieren, sondern Vertreter der Weichtiere (Mollusken), zu denen auch Schnecken und Muscheln gehören. Trotzdem hat der eine oder andere Angler diese Tiere schon vom Bootssteg aus im Flachwasser gesehen, mit dem Pilker gehakt oder als Überbeißer gehabt, der einen kleineren Fisch im Drill gepackt hat. Es geht um Kraken, auch Oktopusse genannt. Gepackt ist ein gutes Stichwort, denn zupacken kann ein Krake im wahrsten Sinne des Wortes. Und das gleich mit acht Fangarmen, was auch seinen Namen erklärt (von októ, griechisch für acht). Es gibt viele verschiedene Arten von Kraken. Der Oktopus, dem wir an Norwegens Küsten am häufigsten begegnen, dürfte der Zirrenkrake sein. Bei den Wissenschaftlern heißt diese Art Eledone cirrhosa, im Norwegischen Vanlig åttearmet blekksprut. In Südnorwegen stehen die Chancen auf eine Begegnung am besten, Richtung Norden sinken sie deutlich. Fänge sind aber auch noch zum Beispiel aus dem Romsdalfjord in Mittelnorwegen bekannt. Anders als der weltweit sehr stark verbreitete Gewöhnliche Krake, wissenschaftlich Octopus vulgaris genannt, kommt der Zirrenkrake übrigens nicht im Mittelmeer, aber in weiten Teilen des Atlantiks vor. Gewöhnlicher und Zirrenkrake lassen sich durch einen Blick auf die Unterseite der Fangarme leicht auseinanderhalten: Bei Eledone finden wir nur eine Reihe Saugnäpfe, bei Octopus zwei.
Mit bis zu 70 Zentimetern Spannweite erreicht der Zirrenkrake schon stattliche Dimensionen und stellt vor allem für Krebstiere, aber auch mal kleine Fischchen eine echte Gefahr dar. Wie aber kann ein so weiches Tier Krebse fressen? Berechtigte Frage und eine einfache Antwort: Versteckt zwischen den Armen findet sich ein harter Schnabel, der einiges an Beißkraft entfalten kann.
Am liebsten geht Eledone cirrhosa über steinigem Untergrund auf Beutezug. Da Kraken kein Skelett besitzen, können sie sich bei der Jagd oder, um sich zu verstecken, in engste Ritzen zwischen Felsen quetschen. Bekannt sind diese Tier auch dafür, dass sie ihre Körperfarbe extrem schnell aktiv verändern und sich so ihrer Umgebung anpassen können. Der Zirrenkrake hat eine rötlich braune Grundfarbe mit helleren Flecken, verfärbt sich bei Stress dunkelrot. Aber wie bekommen wir eins dieser ungewöhnlichen Tier aus der Gruppe der Mollusken überhaupt an den Haken? Meist passiert es beim bodennahen Fischen und entweder weil das Tier von außen gehakt wird oder weil es zum Beispiel nach unserem kleinen Pilker oder auch Fischfetzen schnappt.
Arnulf Ehrchen