Siegbert Stümke
  Redakteur
Geburtsdatum   16. Mai 1958
Geburtsort   Neumünster
Familienstand   ledig
Lieblingsfische   Lachs, Forelle, Äsche, Hecht und Dorsch
Lieblingsländer   Skandinavien, Irland, Kanada
Hobbys   Angeln seit 35 Jahren, Reisen, Sprachen
Siegbert Stümke

Lachse statt Laufbahn
Einige meiner Freunde behaupten, ich sei mit der Angelrute in der Hand auf die Welt gekommen - was meine Eltern jedoch bestreiten. Allerdings muss ich wohl kurz nach der Geburt den heutigen elektronischen Bissanzeigern als Vorlage gedient haben - zumindest, was Ton und Lautstärke betrifft.
Nachdem meine Eltern dieses endlich regulieren konnten, durfte ich dann auch mal mit "Vaddern" zum Stippen an die Eider. Anscheinend war mein Vater schon damals von den Vorteilen eines "Ghillies" überzeugt: So schleppte ich Setzkescher, Klappstuhl und Futtereimer über die Wiesen. Und dann wurde es spannend: Während ich kleine Kugeln aus "Plötzol" drehen durfte, zog mein Vater mit seiner langen, überschweren Bambusrute einen Brassen nach dem anderen aus der Eider. Meine große Stunde schlug, als mein Vater mal kurz in die Büsche musste und mir das Ungetüm von Stippe in die Hand drückte. Meine Augen starrten auf die Pose - und da war sie auch schon weg! Der Brassen beschrieb einen Halbkreis durch die Luft und landete auf der Wiese. Den darauf hin entbrennenden Zweikampf konnte ich schließlich für mich entscheiden. Das war der Beginn einer Leidenschaft, die mein ganzes Leben - bis heute - beeinflusst hat.
Mit 14 Jahren bekam ich zu Weihnachten meine erste Fliegenrute. Ein paar Jahre später führte mich ein Angelurlaub nach Norwegen. Im Bondalselv landete ich meinen ersten Lachs. Seitdem drehte sich bei mir alles nur noch ums Lachs- und Fliegenfischen. Studium, Freundin - alles wurde vernachlässigt. Meine Eltern schlugen nur die Hände über dem Kopf zusammen: "Was soll aus dir bloß noch werden?" Entsprechend sieht auch mein beruflicher Werdegang aus: das Jura-Studium kurz vorm 1. Staatsexamen abgebrochen (Lachsangeln ist eben teuer!). Im Anschluss daran legte ich nach einer Ausbildungszeit von 18 Monaten die Prüfung zum Speditionskaufmann ab. Aber das Angeln blieb in diesem sehr zeitaufwendigen Beruf leider auf der Strecke. Und es kam, wie es kommen sollte: Mehr durch einen Zufall führte mich der Weg eines Tages in die Redaktion der "Angelwoche", wo ich zum Redakteur ausgebildet wurde. Danach landete ich in einer Werbeagentur, verfasste Werbespots für Hörfunksender. Bis ich eines lieben Tages mit meinem alten Kollegen Matthias Six im Schneetreiben an die Ostseeküste fuhr. Matthias war inzwischen bei "Rute & Rolle" gelandet, und nach einigem Hin und Her war die Sache beschlossen: Am 1. Juli 1994 schrieb ich wieder darüber, was mein Leben immer bestimmt hat: über Fische. Bereut habe ich es bis heute nicht!

 

 
 
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