Redakteur
24. Januar 1978
Hamburg
ledig
Karpfen, Zander, Hecht, Schleie, Barsch
Norwegen, Schweden, Finnland
Angeln, Musik, Sport, Fotografie

 

Knirps mit Kescher
Bei psychischen Problemen sucht man den Ursprung meistens in der Kindheit. Beim Angeln ist das nicht anders - schließlich haben wir in den Augen einiger Mitmenschen wohl auch einen kleinen Dachschaden. An mir beißt sich der Psychologe jedoch die Zähne aus: Denn in meiner Familie hat niemand etwas mit Fischen am Hut. Trotzdem bin ich seit frühester Kindheit vom Wasser und seinen Bewohnern fasziniert.
Tobias NorffKaum konnte ich einigermaßen laufen, ließ ich den Sandkasten links liegen und stapfte mit Kescher und Eimer bewaffnet an den kleinen Graben in unserem Garten. Frösche, Stichlinge, Kaulquappen und kleine Weißfische - nichts war vor mir sicher. Auch nicht meine Mutter, die sich nach den Ausflügen ans Wasser regelmäßig über meine nassen, mit Schlamm verschmierten Klamotten freuen durfte. Irgendwann - ich muss so sechs Jahre alt gewesen sein - reichten mir die Grabenbewohner nicht mehr: Eine Angel musste her! Und damit begann eine Leidenschaft, die mich bis heute nicht mehr los gelassen hat. In den ersten Jahren rückte ich den Rotaugen, Brassen und Barschen in den zahlreichen Gräben auf die Schuppen. Später ging's dann zum Aal- und Zanderangeln per Fahrrad an die nahe gelegene Elbe. Auch die Planken der Ostseekutter lernte ich früh kennen. Ab und zu fuhr mein Vater mit mir nach Heiligenhafen - obwohl er selber gar nicht angelt. Überhaupt unterstützten mich meine Eltern, wo sie nur konnten. An dieser Stelle deshalb ein dickes Dankeschön dafür!
Im Alter von 13 oder 14 Jahren kam eine Wende in meiner Laufbahn: Unser Nachbar nahm mich mit an seinen Vereinsteich zum Karpfenangeln. Ich fing auf Anhieb zwei schöne Fische um sechs Pfund und war sofort begeistert von der Kampfkraft dieser Fische. Ich machte meine Sportfischerprüfung, trat in den Verein ein und verbrachte die nächsten Jahre fast nur noch mit Karpfenfischen. Zusammen mit meinem Kollegen Björn, den Sie auch heute noch regelmäßig im Heft sehen, rollte ich Boilies, knüpfte Montagen und verschlang förmlich die Karpfen-Artikel der Fachmagazine. Besonders die Berichte in Rute & Rolle gefielen mir damals. Und als in der zehnten Klasse ein vierwöchiges Schulpraktikum anstand, war für mich klar, an wen die erste Bewerbung gehen sollte - ich wurde angenommen! Nach Beendigung des Praktikums schrieb ich zu Hause meinen ersten Artikel, der in der Juli-Ausgabe 1994 von Rute & Rolle veröffentlicht wurde. Kurze Zeit später bot man mir ein Langzeit-Praktikum an. Und da ich sowieso mehr Zeit am Wasser als in der Schule verbrachte, entschied ich mich dafür, das Abitur sausen zu lassen. Nach der zehnten Klasse verließ ich also das Gymnasium und kam zu Rute & Rolle. Es folgte ein weiteres Praktikum, ein zweijähriges Volontariat und ein gutes Jahr freie Mitarbeit während meines Zivildienstes. Heute arbeite ich als fester Redakteur und habe meinen Traum-Job zwischen Fischen, Fotos und Computern gefunden.