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Arnulf Ehrchen
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Alles im grünen Bereich – wir haben ja noch volle drei Wochen bis Redaktionsschluss. Da ist es zum ersten Mal, dieses Wort, dass sogar hier, in den sonst von fröhlichem Lachen erfüllten Räumen der Redaktion bedrohliche Wolken an den Himmel zaubert. Noch sind sie klein, eher Wölkchen als Wolken, denn bis zum Tag X, an dem jeder von uns seine letzte Zeile für die betreffende Rute&Rolle-Ausgabe geschrieben haben muss, ist ja noch viel Zeit. Doch die vergeht Monat für Monat schnell, meist schneller als gedacht. Wo sie bleibt? Klar, zum großen Teil beim Schreiben, Fotografieren und natürlich am Wasser. Dann sind da noch die ganzen Besprechungen, ohne die sich all die parallel laufenden Projekte in unserer kleinen Truppe nie koordinieren ließen – auch die fressen Stunden. Nicht zu vergessen die vielen, vielen Stunden am Telefon: mal Recherche für eine Info-Geschichte, mal Gespräche mit unseren Autoren über neue Artikel und immer mal wieder auch ein Angelkumpel, der uns auf dem Laufenden hält, was an den gemeinsam beangelten Gewässern gerade abgeht. Die Uhr läuft. Das Unwort mit R schiebt sich währenddessen langsam, aber sicher weiter in den Vordergrund. Und die erst vorsichtige, dann ängstliche Frage fällt immer öfter: Wann ist noch R...? Unweigerlich rückt er näher, schleicht sich schließlich bis in die Träume vor – darunter echte Alpträume. R... erhöht so jeden Monat wieder auf wundersame Weise das Arbeitstempo. Statt angeregter Fachgespräche über Futtertaktiken, tödliche neue Fliegenmuster oder Geheimköder für die Hechte beherrscht urplötzlich das schnelle, geradezu aggressive Klappern der Tastaturen die Geräuschkulisse in der Redaktion. Und irgendwann steht er dann mitten im Raum zwischen den Schreibtischen, der grimmige R.., der unerbittlich die Abgabe der letzten Seiten fordert und auch schon mal einen Artikel beerdigt, weil die benötigten Bilder eben nicht rechtzeitig eingetroffen sind. R... bringt Fragen mit: Wird heute alles bis 18.00 Uhr fertig oder ist Nachtschicht angesagt?
Redaktionsschlusstag, 16.43 Uhr: wieder hat letztendlich alles geklappt, sogar vor offiziellem Arbeitsende. Aber ein paar Sorgenfalten sind auch in dieser Produktion wieder dazu- gekommen und die früher einzelnen grauen Haare auf meinem kurzgeschorenen Kopf gewinnen langsam Überhand über die dunklen Stoppeln. Mensch, wenn ich nur zwei Tage früher etwas mehr Gas gegeben hätte, dann wär’s gar nicht erst so stressig geworden! Ein kurzer Moment der Selbstkritik. Vielleicht der Schlüssel zu noch disziplinierterem Arbeiten, mehr Ordnung, die unnötiges Gesuche erspart und weniger Zeit für die Ködersuche im Internet? Das kühle Blonde – haben wir uns nach dem Stress ja auch verdient – lässt zusammen mit dem fröhlichen Lachen der Kollegen diese Gedanken aber ebenso schnell verschwinden wie den Ring einer steigenden Forelle im unruhigen Wasser der dänischen Au. Trotzdem, nach dem Heft ist vor dem Heft: Ab morgen geht’s weiter. Aber ich weiß es jetzt schon: Gerade nach dem Redaktionsschluss fangen wir erst einmal gemütlich an. Wir haben ja noch über vier Wochen bis zum Redaktionsschluss… |
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