|
Heute darf ich, der neue Redaktionspraktikant, Ihnen ein paar Einblicke in die heiligen Hallen geben, in denen jeden Monat spannende Geschichten von großen Fängen, neuen Taktiken und tollen Revieren entstehen. Wie es dazu gekommen ist? Als Student der Geschichte an der Universität Hamburg muss ich ein sechswöchiges Praktikum ableisten. Nachdem zu Beginn diesen Jahres das Telefon klingelte und Rute&Rolle-Chefredakteur Matthias Six mir mitteilte, dass ich mein Praktikum in der Redaktion absolvieren könnte, wurde aus dem Pflicht- ein Wunschpraktikum. Seit Anfang September bin ich nun hier und erlebe hautnah mit, wie die November-Ausgabe entsteht. Als ich anfing, war die Redaktion verwaist. Mit zwei Leuten wurde die Stellung gehalten, die Anderen waren unterwegs, um das nächste Heft mit spannenden Berichten vom Wasser zu füllen. Doch die Verbliebenen gaben sich alle Mühe, mich auf Trab zu halten: Neben beliebten Praktikanten-Beschäftigungen (Katalogarchiv aufräumen,...) durfte ich mich an kleineren Texten versuchen oder Produkte fotografieren. Mittlerweile (es ist die dritte Woche) ist es so, dass ein dezenter Ausdruck von Panik in den Augen der Redakteure zu erkennen ist, wenn ich mich mal wieder anschleiche und sie um weitere Arbeit ersuche – so versessen bin ich auf neue Aufgaben. Sie scheinen ganz zufrieden mit mir zu sein, denn jetzt bekomme ich die Gelegenheit, Ihnen einen Einblick hinter die Kulissen der Redaktion zu gewähren, direkt „Aus der Redaktion“ eben. Und glauben Sie mir: Hier ist immer etwas los! Redakteure präsentieren ihre Ergebnisse einer Angeltour, freie Autoren planen mit der Redaktion, welche tollen Reviere oder Methoden demnächst den Weg ins Heft finden oder es wird mit Anzeigenkunden verhandelt. Zwischendrin findet sich immer wieder Zeit, untereinander Tipps und Tricks auszutauschen oder auch den nächsten Trip zu planen. Und wer mal einen Redakteur an den Haken kriegen möchte: Die beste Zeit für Bisse ist am frühen Nachmittag! Statt Futter, genügt hier in der Redaktion schon die Glocke vom Eisverkäufer, die sie Punkt 14.30 Uhr aus größter Entfernung herbeiströmen lässt. Traurig für die Jungs, dass die Eissaison bald endet. Meine ursprüngliche Vorstellung vom Redakteur eines Angelmagazins trifft allerdings nicht völlig zu. Ich hatte das Bild vom begeisterten Angler, der die meiste Zeit am oder auf dem Wasser verbringt und sich nur ab und zu mal in der Redaktion blicken lässt, um Berichte und Bilder abzuliefern. Der Teil mit dem begeisterten Angler hat sich ohne Frage bestätigt, doch die Aufgaben sind deutlich vielfältiger: Recherchieren, fotografieren, archivieren und telefonieren oder eben ein persönliches Treffen mit anderen Profis und Herstellern, machen den Arbeitsalltag hier aus. Klar sind auch Angeltouren äußerst wichtig, um qualitative Berichte über unsere Lieblingsbeschäftigung veröffentlichen zu können. Und es wird bald wieder einen „Produktionstag am Wasser“ geben, wie es in der Redaktion heißt. Raten Sie mal, wer mit darf: ich! Hoffentlich schafft es die Geschichte dann auch ins nächste Heft – drücken Sie mir die Daumen. Dennis Virkus
|